Siam und Angora

Inhalt in aller Kürze

Seit man denken kann, bekämpfen sich die verfeindeten Katzenstämme der Siam und Angora. Erst in höchster Not erkennen sie, dass sie zusammenstehen müssen, und überwinden so ihren alten Hass.

Dauer 60 Minuten
Empfohlene Jahrgangsstufen 4. – 7. Klasse
Anzahl der Spieler mindestens 15, nach oben keine Grenzen
Vorbereitungszeit 3 – 4 Monate
Unser Tipp Das Musical, das – wegen der Liebesgeschichte über die Feindschaft hinweg – bei der Zielgruppe der Jugendlichen großen Zuspruch finden wird.

Inhalt

Seit Generationen leben die Katzenstämme der Siam und Angora in Feindschaft. Die Siam haben das Glück, im Keller des Hauses von Oma Warmbein wohnen zu dürfen, während die Angora unter einer Brücke hausen. Mike, der Sohn von Siamhäuptling Jeff, kommt zu Beginn des Stückes glückselig von einem Rendez-vous mit Angie, der Tochter des Angorachefs Felix, zurück. (Szene 1) Offensichtlich wurde Mike aber von Mitgliedern seines Stammes beobachtet, denn als er den Keller der Siam betritt, erwartet ihn sein Stamm in düsterer Stimmung. Die Versammlung macht ihm klar, dass er sofort jeglichen Kontakt mit Angie abbrechen müsse. (Szene 2) In einem Gespräch mit Archibald, dem Stammesältesten, versucht Mike den Grund für die Feindschaft zwischen den Siam und den Angora herauszufinden. (Szene 3)
Nun betritt der Immobilienhai Mr. Money mit seinem Assistenten das Grundstück von Oma Warmbein. Er hat vor, Haus und Grundstück zu einem Spottpreis zu erwerben und will die alte Dame bei einem Kauf übers Ohr zu hauen. (Szene 4) Die beiden läuten an der Haustüre und verunsichern und bedrängen die alte Dame. (Szene 5) Mike, der die beiden Gespräche belauscht hat, ist empört, weil ihm klar wird, dass auch die Bleibe der Siam in höchster Gefahr ist. Allerdings kann er seinen eigenen Stamm nicht informieren, weil er sich über das Ausgehverbot hinweggesetzt hatte. (Szene 6) Es bleibt ihm nur die Möglichkeit, den Stamm der Angora um Hilfe zu bitten. Diese legen ihre Bedenken beiseite und fassen den Plan, den Enkel von Oma Warmbein zu finden. (Szene 7)
Während des zweiten Besuchs bei Oma Warmbein besichtigen inzwischen Mr. Money und sein Assistent den Keller. Mr. Money kündigt an, alle Katzen nach dem Kauf rauszuschmeißen. Kurz bevor der Kaufvertrag endgültig unterschrieben wird, kommt Enkel Helmut Warmbein; die Angora hatten ihn aufgestöbert und in den Keller gebracht. Als Helmut Warmbein erfährt, wie sehr die Immobilienhaie seiner Oma zugesetzt haben, schmeißt er diese kurzerhand aus dem Haus. (Szene 10) Es entzündet sich nun der alte Streit zwischen den Siam und den Angora, bis Felix die Siam überzeugen kann, dass Mike durch seinen Ungehorsam den Verkauf des Hauses verhindert hat. Nach längerer Diskussion beschließen die Katzenstämme, ihre alte Feindschaft zu beenden. (Szene 11)

siam gruppe 72dpi

Stamm der Siam
Jeff Häuptling des Stammes (30 Redeeinsätze)
Mike dessen Adoptivsohn (2 Monologe, 30 Redeeinsätze)
Archibald Stammesältester (17 Redeeinsätze)
Silvester Spion (6 Redeeinsätze)
weitere Siamkatzen insgesamt 15 Redeeinsätze
Stamm der Angora
Felix Häuptling des Stammes (19 Redeeinsätze)
Angie dessen Tochter (6 Redeeinsätze)
weitere Angora insgesamt 16 Redeeinsätze
Menschen
Mr. Money Immobilienhai (34 Redeeinsätze)
Assi dessen Mitarbeiter (16 Redeeinsätze)
Oma Warmbein Besitzerin des Hauses, in dem die Siam wohnen (22 Redeeinsätze)
Helmut Warmbein deren Enkel (10 Redeeinsätze)

Szene 3: Archibalds Rat

Mike musste sich von der Ratsversammlung schwere Vorwürfe anhören, weil er sich mit einer Angorakätzin getroffen hatte. Ihm wird für die Zukunft jeglicher Kontakt mit Angie verboten. Da er dieses Verbot nicht versteht, spricht er seinen Lehrmeister daraufhin an.

Archibald
hat es so eingerichtet, dass er als letzter den Raum verlässt. Er bleibt stehen.
Eigentlich ist es mir ja verboten, mit dir zu sprechen. Aber wenn ich dir einen Rat geben darf: Lass dir in nächster Zeit nichts mehr zu schulden kommen.

Mike
Ja, ich weiß. Ich versteh’ das aber alles nicht. Archibald, du warst schon immer mein Lehrer.
Du hast mir alles beigebracht, was ich weiß. Von dir weiß ich: Wenn einer Hilfe braucht, muss man sie ihm geben. Angie hat mir geholfen, als ich jemanden gebraucht habe.
Von dir hab’ ich gelernt: Ein Leben ist genauso wertvoll wie das andere.
Warum sollen die Angora weniger wert sein als wir?
Warum dieser Hass auf die Angora? Hass zerstört nur. Das hab’ ich alles von dir gelernt.

Archibald
Das ist nur Theorie. Im täglichen Leben gibt es Ausnahmen.

Mike
Das reicht mir nicht als Antwort. Wir sind doch gleich.
Wieso müsst ihr dauernd irgendwelche Unterschiede machen?
Die Katze, ohne Bleibe. Sie hat keine andere Wohnung als den Müllplatz.
Dort muss sie sich dann ihr Essen zusammensuchen. Ist die etwa weniger wert als wir?

Lied: 3. Sind wir nicht alle gleich? 1. Strophe

Archibald
Ja, schon, aber ...

Mike
Nichts aber ...!
Wo sind denn deine Grundsätze, die du früher einmal hattest?
Oder die Katze, bei der es im Oberstübchen nicht richtig tickt.
Du verstehst schon; manche sind einfach etwas schwer von Begriff.
Du hast mir beigebracht, dass es darauf nicht ankommt. Ist so jemand etwa weniger wert?

Lied: 3. Sind wir nicht alle gleich? 2. Strophe

Archibald
Ich habe doch nie etwas anderes behauptet.

Mike
Das sagst du einfach so. Das sind alles nur Worte!
Denk doch an den alten Hass gegen die Angora, den man uns seit Jahrzehnten eingetrichtert hat.
Warum müssen wir alle immer so garstig mit den anderen sein?
Ich habe keine Lust mehr auf Vorurteile, Neid, Verleumdungen!
Bloß weil jemand einer anderen Gruppe angehört.
Du hast mir erzählt: Bei den Menschen gibt es Völker, die nennen die unterschiedlichen Gruppen „Kasten“.
Da müssen die Ärmsten schon arbeiten, obwohl sie noch Kinder sind.

Lied: 3. Sind wir nicht alle gleich? 3. Strophe

Archibald
Fängst du schon wieder an, den Einzelkämpfer spielen zu wollen. Du kannst dich nicht einfach über das Gesetz hinwegsetzen. Versteh‘ das doch endlich!

Mike
Nein, das will ich doch gar nicht! Aber was gibt es denn hier zu verstehen?
Kann mir irgendjemand erklären, warum ich mich nicht mit den Angora treffen darf?

Archibald
Zischt ihn an.
Du weißt doch, dass es verboten ist, deren Namen auszusprechen.
Hab’ ich dir nicht vor wenigen Augenblicken gesagt, du sollst dich in Acht nehmen!

Mike
Ja, aber warum?
Sieht Archibald fragend an, dieser antwortet aber nicht.
Du weißt doch sonst auch immer alles. Du bist der Weiseste von uns allen.
Auf jede Frage weißt du eine Antwort.

Archibald
Schweigt lange.
Ich verstehe deine Frage nicht.

Mike
Du willst mich nicht verstehen. Du weißt genau, was ich wissen will. Archibald, ich bitte dich – als Freund. Erkläre mir, was es mit dieser Feindschaft zwischen uns und den Angora auf sich hat. Was haben sie uns getan? Oder haben wir ihnen etwas getan? Irgendetwas muss doch einmal gewesen sein.

Archibald
Unsinn! Selbstverständlich haben wir ihnen nichts getan.

Mike
Also, was ist es dann? Bitte, erzähl’ es mir.

Archibald
Du wirst es wahrscheinlich nicht verstehen. Aber die Geschichte ist ganz einfach. Die Angora haben uns einmal ganz schmählich im Stich gelassen.

Mike
Wann? Bei welcher Gelegenheit? Wieso? Ich kann mich nicht daran erinnern.

Archibald
Ich weiß es auch nicht so genau. Das ist schon lange her. Da hätte ich meinen Großvater fragen müssen, der hat das noch selbst erlebt. Der hat mir das auch immer wieder erzählt, bis kurz vor seinem Tode. Aber du weißt ja selbst, wie das so ist. Die Geschichten der Alten interessieren einen nicht, wenn man jung ist. Und wenn man dann anfängt, sich dafür zu interessieren, dann sind die Alten, die Bescheid wissen, in der Zwischenzeit gestorben.

Mike
Dann kannst du mir den Grund auch nicht genauer erklären? Weiß ihn denn Jeff wenigstens?

Archibald
Niemand weiß in diesem Stamm mehr als ich. Alles, was Jeff weiß, weiß er von mir.

Mike
Dann soll ich also die Angora hassen, ohne zu wissen, warum?

Archibald
Deine Vorfahren haben es gewusst; sie werden schon ihre Gründe gehabt haben, warum. Sie haben dann diese Aufgabe an uns weiter gegeben.

Mike
Was soll denn das für eine Aufgabe sein, den anderen zu meiden. Eine Lebensaufgabe kann doch nicht darin bestehen, jemanden zu hassen.
Ich versteh’ das alles nicht. Als ich sie getroffen habe, du weißt schon ... Das hab‘ ich noch gar niemandem gesagt: Da hat sie mich in den Arm genommen, weil ich doch so traurig war. Sie hat ganz ruhig auf mich eingesprochen.

Archibald
Und dann? Du hast sie doch nicht etwa ...?

Mike
Nichts und dann. Mir ist es noch nie in meinem Leben so gut gegangen wie in diesem Moment. Mein Inneres war auf einmal frei, als hätte alles kein Gewicht mehr.
Da war plötzlich ein Gefühl in mir, das ich noch nie in meinem Leben gespürt habe. Ich kann das gar nicht richtig beschreiben.

Archibald
Bist du wahnsinnig! Kein Wort mehr! Sie hat dich verhext! Still!
Wenn das jemand hört!
Sag das ja niemandem! Hörst du! Versprich mir, dass du das nie wieder erzählst! Niemandem! ....

Szene 4: Mr. Money

Die Immobilienhaie betreten das Grundstück von Oma Warmbein. Sie treffen dabei Vorkehrungen wie Ausmessen und Prüfen. Mike beobachtet sie.

Assi
Chef, wir können hier doch nicht einfach so herumspazieren.
Haben Sie eigentlich gefragt, ob wir das Grundstück betreten dürfen?

Mr. Money
Junge, aus dir wird nie einmal etwas Vernünftiges. Mit Fragen kommst du in unserem Geschäft nicht weit. Merk‘ dir das. Außerdem, wir wollen ja nur das Beste für die alte Dame.
Leise.
Und für unseren Geldbeutel.
Misst aus, schreitet das Grundstück ab.
Also, 22 Meter, lass mich mal rechnen. ... Grundfläche 260 Quadratmeter, in dieser Lage dürfen wir vier Stockwerke hochziehen. Da knallen wir 16 Wohneinheiten hin. Und als Tüpfelchen auf‘s I: obendrauf ein kleines Penthouse. Als Erfolgsprämie für Mr. Money.

Assi
Haben Sie denn mit der Besitzerin schon gesprochen? Steht das Gebäude denn zum Verkauf?

Mr. Money
Die Klitsche ist so gut wie gekauft. Hab‘ vor zwei Wochen schon einmal das Gelände erkundet. Ein erstes Gespräch hat es auch schon gegeben. Das gehört alles einer alten Oma.
Zuerst hat sie ein wenig Zicken gemacht, weil im Keller des Hauses Katzen wohnen.
verächtlich
Siamkatzen! Ich lass’ mir doch von ein paar dämlichen Möchtegern-Tigern das Geschäft nicht vermasseln. Du wirst mal sehen, wie schnell die unterschreibt.

Assi
Ja, aber, Sie wollen doch nicht das schöne alte Haus abreißen lassen.

Mr. Money
Junger Freund, wo sollen wir denn den Platz für die ganzen Wohnungen herbekommen? Du musst noch viel lernen!
Assi
Aber Chef, ich hab‘ nachgesehen, das Haus steht unter Denkmalschutz. Da muss es ein wunderschönes Gewölbe im Keller geben. Ein Tonnengewölbe, das ein paar hundert Jahre alt ist.
Mr. Money
Mich interessiert nur der Platz für die Mülltonnen. Ich weiß nicht, was ich dir eigentlich beigebracht habe. Selbstverständlich kommt alles weg.
Wir brauchen den Keller für die Tiefgarage. Tonnengewölbe hin oder her. Glaubst du, dass man heutzutage noch einen vernünftigen Preis für eine Immobilie erzielt, wenn man nicht einen Parkplatz in einer Tiefgarage mit anbietet? So ist das, mein Junge.

Assi
So hab’ ich mir den Beruf eines Architekten eigentlich nicht vorgestellt.

Mr. Money
Du weißt nicht, wie es im Leben so zugeht. Ich erklär’ dir das nochmals.
Zuerst einmal verkaufen wir das Grundstück an den Bauträger. Und wer kassiert die Maklerprovision? Mr. Money.
Dann brauchen wir Pläne, nach denen gebaut wird. Und wer macht die, zu einem Sonderpreis? Mr. Money.
Dann suchen wir eine Baufirma, die für uns das Gebäude hochzieht. Die Baufirmen reißen sich um so einen Auftrag. Und die Firma, die am meisten Schmiermittel einsetzt, bekommt den Auftrag.

Assi
Schmiermittel?

Mr. Money
Macht Fingerbewegung.
Hast du es jetzt verstanden? Das geht aber noch weiter.
Dann brauchen wir eine Bauaufsicht. Die macht natürlich – Mr. Money.
Und zum Schluss werden die Wohnungen verhökert. Was denkst du, wer dabei wieder kräftig mitmischt und Maklerprovision kassiert? Mr. Money!
So was lernt man nicht im Architekturstudium.

Assi
Und Sie sind sicher, dass das alles klappt?
Und wenn die alte Dame dann doch nicht verkauft?

Mr. Money
Dann wenden wir Trick 17 an.

Assi
Trick 17?

Mr. Money
Den „Ihnen-fällt-gleich-die-Decke-auf-den-Kopf-Trick.“

Assi
Ich versteh’ kein Wort. Wenn mir die Decke auf den Kopf fällt, verkrieche ich mich und will meine Ruhe.

Mr. Money
In jedem alten Haus gibt es Risse an der Decke. Damit arbeiten wir heute.

Assi
Also Chef, das muss man Ihnen lassen. Von Ihnen kann man noch etwas lernen.

Mr. Money
Was meinst du mein Junge, warum man mich Mr. Money nennt?
Wenn ich etwas anpacke, dann klingelt anschließend die Kasse. ....

Siam 2

Die folgende Aufstellung gibt Ihnen einen Eindruck von der Vielseitigkeit der Musikstücke. Zudem können Sie den Stellenwert der Lieder in der Handlung nachvollziehen.

Siam und Angora
(Swing)
Ouvertüre

Katzen können es nicht lassen
(Rock)
Katzen und Menschen sind gar nicht so verschieden.

Sind wir nicht alle gleich?
(Ballade im 6/8-Takt, Option Sologesang in den Strophen)
Frage nach dem Sinn einer alten Feindschaft

Mr. Money
(Rock, Dialog zweier Chorgruppen)
Die besonnenen Mahner widersprechen Mr. Money’s Philosophie des Geld-Raffens.

Nie mehr allein!
(Marsch)
Mike hat die Nase davon voll, ständig ausgestoßen zu werden.

Beschwörungslied
(Rock, Option Sologesang in den Strophen)
Das „Kampflied“ der Angora-Katzen

Viele bunte Sterne
(Rock, Dialog zweier Chorgruppen)
Alte Hymne der Katzenstämme, mit der diese ihre Versöhnung feiern.

Ihr wart klasse!
(Swing)
Schlusslied

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Damit Sie sich schnell einen Eindruck von den Liedern machen können, haben wir eine CD hergestellt, deren Aufnahmen mit dem Combo-Arrangement identisch sind.

Es sind von jedem Lied zwei Versionen auf der CD vorhanden. Eine Version beinhaltet die Instrumente sowie den Gesang (Demo-
Aufnahme). Die zweite Version ist identisch mit der ersten, verzichtet jedoch auf den Gesang und gibt dem Chor die Möglichkeit, zur Aufnahme zu singen (Playback-Aufnahme). Dies ist dann von Vorteil, wenn keine Band zusammengestellt werden kann.

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