Liebe Musical-Freunde und -Freundinnen

Wir nehmen an, dass Sie die generellen Bemerkungen zu unseren Stücken – so wie wir sie bei den Musicals in hochdeutscher Sprache ausgeführt haben – bereits gelesen haben. Deswegen gehen wir nicht nochmals darauf ein, möchten Ihnen aber einige Gedanken zu den Musicals in bairischer Mundart nahe bringen.
Auch wenn diese aus Stücken in hochdeutscher Sprache hervorgegangen sind, haben wir doch große Mühe darauf verwendet, Handlung, Personal und Texte der Lieder in einen bayerischen Kontext zu legen, der auch leicht auf Gegebenheiten österreichischer oder schweizerdeutscher Kultur übertragen werden kann.

Beweggrund für uns war in erster Linie, Stücke für Kinder auch im bairischen Idiom zu schreiben, um gerade dieser Altersgruppe, die sich mehr oder weniger schnell von der Mundart entfernt, die Lebendigkeit dieser facettenreichen Sprache aufzuzeigen. Vielleicht können wir mit unseren Musicals einen kleinen Beitrag leisten, um auf diesen sprachlichen Reichtum, den wir viel zu wenig schätzen, aufmerksam zu machen.

Jeder, der schon einmal versucht hat, Mundart niederzuschreiben, begegnet dabei der gleichen Problematik: Dialekt ist immer gesprochene Sprache mit all ihren Zwischenlauten, für die das bekannte Alphabet keine Zeichen vorsieht. Ein Niederschreiben in phonetisch korrekter Lautschrift macht andererseits auch keinen Sinn, da diese Zeichen – abgesehen von ein paar Spezialisten der Sprachwissenschaft – niemand lesen kann. Es musste also ein Kompromiss gefunden werden aus einer Transkription mit den Buchstaben des deutschen Alphabets und einer Ausdrucksweise in Hochdeutsch. Nur so kann die Lesbarkeit des Textes gerade auch für Kinder – die die Rollen zuerst mehrmals lesen müssen – gewährleistet werden.
 
Bei Dialekt-Ausdrücken, deren Verständnis sich in der geschriebenen Form nicht sofort erschließt, wurde in Klammer der hochdeutsche Begriff angefügt. Selbstverständlich können und sollen alle Repliken auf die vor Ort herrschende Mundart bzw. sprachliche Eigenart angeglichen werden. Gerne dürfen Sie Veränderungen vornehmen, wenn Sie glauben, der Mundart, so wie Sie bei Ihnen „vor Ort“ gesprochen wird, besser Rechnung zu tragen.“